Wie die Anwendung und der Austausch von Daten die Transportwelt verändert

Das Anwenden und der Austausch von Daten ist ein interessantes Thema. Es bietet viele Möglichkeiten für die Logistik. Bei unseren Kunden, Lieferanten und auf dem Markt stellen wir fest, dass Daten - und insbesondere ihre Nutzung, Zuverlässigkeit und Aktualität - ausschlaggebend sind, um bessere Lösungen für die gesamte anspruchsvolle Lieferkette zu ermöglichen. Gleichzeitig ringen wir im Logistiksektor aber damit. Sind wir nicht zu kurzsichtig, um all diese Daten für uns zu behalten? Sollten wir hier nicht viel transparenter vorgehen? Wenn wir sie als Sektor, gemeinsam mit unseren Kunden, besser anwenden, können wir alle unsere Ziele damit verwirklichen.

 

Datennutzung für bessere Entscheidungen
Täglich müssen in der Logistikbranche Hunderte von Herausforderungen und Problemen bewältigt werden: von strategisch (z. B. Festlegung eines Lagerstandortes) bis operativ (z. B. Entscheidung für Transport mit Lkw oder Zug). Viele Daten sind bereits verfügbar, und man kann sie verwenden, um bessere Entscheidungen zu treffen. Der Prozess muss zuverlässig und zeitgerecht sein. Hier gibt es Möglichkeiten, und es gibt noch viel zu erreichen. 

Ist die Logistikbranche schon für den Datenaustausch bereit?
In der Logistikbranche konzentrieren wir uns alle noch zu sehr auf uns selbst. Daten werden benötigt, um die eigenen Prozesse zu gestalten. In einem ERP-System befindet sich wahrscheinlich eine Datei, in der der Prozess verfolgt werden kann und in der Rechnungen erstellt werden. Allerdings findet derzeit ein Wandel statt, da der gemeinsame Datenaustausch in der Kette zunehmend stärker in den Mittelpunkt rückt. Im Rahmen der Kettenzusammenarbeit ist dies sehr wichtig. Zum Glück entstehen immer mehr Initiativen, wie beispielsweise Portbase. Diese Art der Vermittlung ist sicher und zuverlässig, und man kann dies anwenden, um bei verschiedenen Parteien Vertrauen zu schaffen. 

Letztendlich teilen wir die Daten nicht nur für uns und unsere internen Prozesse, sondern auch der Sektor profitiert davon. Der Datenaustausch kann wichtig sein, um Engpässe und Unterbrechungen in der Lieferkette zu reduzieren. Es ist deshalb wichtig, dass wir Daten austauschen, damit auch die Zuverlässigkeit verbessert werden kann und die Herausforderungen besser gemeistert werden können. Geht das nicht zu Lasten unseres Wettbewerbsvorteils? Vielleicht schon, aber wir stellen uns denselben Herausforderungen wie unsere Wettbewerber. Der Datenaustausch ist aus unserer Sicht die beste Lösung, und wir haben noch einen langen Weg vor uns.

Umwandlung von Daten in nützliche Informationen
Wir drehen das Zeitrad kurz zurück. Der erste Container erreichte Rotterdam im Jahr 1966. Dieser Container ist für uns ein Symbol für Vergrößerung und Globalisierung. Danach wurde immer mehr auf diese Art und Weise transportiert. Dafür benötigte man zig Schreibkräfte, die alle Unterlagen bearbeiten mussten. Als mit dem Computer die Abhilfe geschaffen war, wurden all diese Informationen von nun an von Computern verarbeitet. Wenn man die traditionellen Systeme betrachtet, sind sie immer noch nach demselben Schema aufgebaut: Ein Auftrag ist eingegangen, dieser wird bearbeitet, der Auftrag geht per Lkw an seinen Bestimmungsort und muss in Rechnung gestellt werden. Dieser Prozess zielt nicht unbedingt auf eine effizientere Kette ab, sondern lediglich auf die Tatsache, dass z. B. ein Container transportiert oder eine Palette im Lager abgestellt werden muss. Wir wollen die Herausforderungen der Lieferkette, die Überlastung in den Häfen und die enorme Nachfrage, die seit der Coronapandemie entstanden ist, effizienter angehen. Das erfordert eine große Menge an Informationen. Wir werden diese Daten anders und nicht unbedingt in chronologischer Reihenfolge verwenden. 

Ein Beispiel: Ein Container wird mit dem Seeschiff transportiert. Der Kunde benötigt die IMO-Klasse des Schiffes nicht unbedingt, aber diese Information sollte jedoch gespeichert werden, um beispielsweise die CO2-Emissionen zu berechnen. Diese Daten werden bei der Einrichtung der Systeme immer noch unzureichend berücksichtigt. Vor allem sollten wir nicht unterschätzen, was das bedeutet. Es ist eine enorme Herausforderung in Bezug auf Technologie und Sicherheit. Es ist auch eine schwierige Sache, die Denkweise der Mitarbeitenden im Sektor zu ändern: Von Akten in chronologischer Reihenfolge bearbeiten bis hin zu Datennutzung, um die Qualität und Zuverlässigkeit zu erhöhen. Das macht Freude und ist gleichzeitig eine Herausforderung. 

Daten versus Nachhaltigkeit
Die jungen Talente werden sich davon sehr inspirieren lassen. Sie ziehen diese Informationen heran, um bessere Entscheidungen zu treffen und zum Beispiel Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit zu unternehmen. Besonders jetzt, wo viele Unternehmen nachhaltiger werden und/oder nachhaltiger agieren wollen. Auch für die Verbraucherinnen und Verbraucher nimmt die Bedeutung dieses Themas zu. Kann ein Kunde oder ein Kunde eines Kunden, der wirklich nachhaltig handelt, die Logistikkette auf die nachhaltigste Weise gestalten? Und verfügt er über die alle dafür notwendigen Informationen? Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist dies wahrscheinlich immer noch unzureichend. 

Dies gibt dem Sektor einen gewissen Schub, um nicht nur an vorderster Front Nachhaltigkeit zu erreichen, sondern auch weiter zu prüfen, wie wir beispielsweise die Ladekapazität eines Schiffes, Containers, Zugs bzw. einer anderen Transportart sinnvoll nutzen können. Hier bieten sich enorme Chancen für den Sektor und alle seine Folgeprodukte, denn die Verbraucherinnen und Verbraucher wollen oft nicht nur erfahren, ob der Lkw mit Wasserstoff oder mit Strom betrieben wird, sondern auch, woher die Baumwolle stammt und wie sie nach China oder Bangladesch gelangt ist. Das können wir nur begrüßen, und wir müssen weiter darin investieren. Nur so erreicht man eine vollständige Transparenz. 

Was bedeutet das für Seacon?
Wir haben das Thema Daten erkannt und es in unsere Strategie aufgenommen. In den nächsten Jahren werden wir mehr investieren, unsere Systeme und Prozesse darauf einrichten und unser Team weiter schulen. Für uns bedeutet diese Kehrtwende, dass wir die Zusammenarbeit in der Kette noch weiter intensivieren. Für unsere Kunden und die Kunden der Kunden sind sogar Lösungen für logistische Herausforderungen möglich, an die sie selbst noch nicht gedacht haben. Mit all den Informationen, über die man als Logistikkettenmanager verfügt, lässt sich wirklich ein Partner für die Kette finden und die Kette verstärken. Für uns bedeutet das, mit unseren Kunden und unseren Transportunternehmen zusammenzuarbeiten, um zu ermitteln, wo wir Daten austauschen können. Wir tun dies für uns, für unsere Kunden und für den Sektor. 

Sicherheit
Ein wichtiges Thema, das noch nicht angesprochen wurde, ist die Sicherheit. Dies gilt insbesondere für die gemeinsame Nutzung von Daten, aber auch für den damit verbundenen Datenschutz. Es ist ein wichtiges Thema innerhalb von Seacon Logistics, denn es betrifft sensible Informationen von unserem Unternehmen und von anderen, mit denen wir sorgfältig umgehen müssen. Das geht über eine Firewall hinaus. Es geht auch darum, sie zu nutzen, in sie zu investieren und die richtigen Partner auszuwählen. Manchmal möchte jemand Daten austauschen, aber es ist ihm z. B. aus technischen Gründen nicht möglich. Wenn es Hindernisse gibt, ist Seacon der Partner, der mit diesen Kunden mitdenkt, um Lösungen zu finden. 

Kurz gesagt: Das Schiff fährt, behält sein Tempo bei, und wir steuern es in einen sicheren Hafen. Das Anwenden und der Austausch von Daten ist ein permanenter Prozess. Wir sollten als Partner in der Kette zusammenarbeiten und herausfinden, wie wir einander helfen und stärken können. 

23 Juni 2022

Aktuelle Blogs

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Folgen Sie uns auf unseren Social-Media-Kanälen und bleiben Sie über unsere Logistikentwicklungen auf dem Laufenden. Wir informieren Sie über unsere logistischen Herausforderungen, clevere Lösungen und über die Arbeit bei dem Logistikkettenmanager. Sehen wir uns da?